Gesamtschule Hürth: 2.Preis

pape+pape architekten freuen sich über den 2. Preis beim Realisierungswettbewerb „Gesamtschule Hürth“

Beurteilung durch das Preisgericht

Das städtebauliche Konzept basiert auf der Grundidee, mit einer winkelförmigen Anordnung der Baukörper einen zusammenhängenden Grünraum in Verbindung mit dem benachbarten Schulgelände zu entwickeln. Die Raumbildung, die Organisation der Freiräume und die Ausbildung einer parallel zur Sudentenstraße verlaufenden Magistrale sollen die unterschiedlichen Teilbereiche zusammen weben. Der Haupteingang an der Stichstraße findet so seine logische Fortsetzung in dem inneren Freiraum. Das Forum prägt als Gelenkpunkt zwischen Turnhalle und Unterrichtsstrakt gestalterisch und funktional überzeugend die Ecksituation.

Die Funktionalität folgt in ihrer vertikalen und horizontalen Organisation klaren Prinzipien: So sind in der Erdgeschosszone ausschließlich außerunterrichtliche Nutzungen (Ganztagsbereich, Selbstlernzentrum, Verwaltung) angeordnet, was einen störungsfreien Unterricht in den darüber liegenden Ebenen gewährleistet. Die kammartigen Baukörper mit Klassen- und Differen-zierungsräumen erhalten über die allerdings relativ kleinen Höfe und sich hieran anschließende Erschliessungs- und Aufenthaltsbereiche eine eigene Qualität und Identität. Sporthalle und Mensa werden als bauliche Einheit organisiert, was zwar den funktionalen Zusammenhang mit dem Forum erschwert, aber auch der Mensa eine attraktive Außensitzfläche ermöglicht.Ein Teil des Baumbestandes wird in das räumliche Konzept einbezogen. Punktuell wird über die Ausbildung der Pausenhöfe in die vorhandene Topographie eingegriffen.

Architektonisch zeigt der Entwurf eine klare, überzeugende Handschrift, welche die jeweiligen Funktionen deutlich in der Gestaltung widerspiegelt. Der zweite Bauabschnitt für die Sekundarstufe II ist vergleichsweise einfach umsetzbar. Die Zusatzbelastung der Zufahrt zum Albert-Schweitzer-Gymnasium durch PKW-Verkehr ist dagegen kritisch zu sehen. Hinsichtlich der zu erwartenden Kosten liegt die Arbeit im mittleren Bereich. Insgesamt stellt der Entwurf einen überzeugenden Beitrag zu der gewünschten Lernlandschaft dar und setzt den Ort städtebaulich in Wert.

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