Wettbewerbserfolg

 

Das Kloster Loccum beherbergt seit 1820 das inzwischen einzige Predigerseminar der Landeskirche Hannovers. Der traditionsreiche Ort, in dessen Nachbarschaft sich auch die Akademie, das Religionspädagogische Institut und das Pastoralkolleg der Landeskirche befinden, hat sich als Ausbildungszentrum etabliert. Dies bedingt einen höheren Bedarf an Bibliotheksarbeitsplätzen und Unterbringungsmöglichkeiten für den Buchbestand. Nach der Fertigstellung der Baumaßnahme werden bis zu 120.000 Bände in der Bibliothek vorhanden sein.
Die innere Klosteranlage und alle ihre Teile stehen unter Denkmalschutz. Das Kloster Loccum ist darüber hinaus als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung anerkannt. Der einzig mögliche Ort für eine Erweiterung liegt im Kernbereich des Schutzguts.


Auszug aus dem Juryprotokoll unter dem Vorsitz von Prof. Volker Staab:

„Die Verfasser sehen vor, den Prendelbau zu entfernen. Der Neubau schließt profilgleich an das Slaphus an und reicht bis zur südlichen Flucht des Konventgebäudes. Die Gartenfläche von Priors Garten wird wohltuend und angemessen gefasst. Der Baukörper sucht den höhengleichen Anschluss an die Traufe des Südflügels. Die gewählte Gebäudegeometrie, die im Detail differenziert gesehen wird, schafft eine klare Führung zum Haupteingang, der gut auffindbar angeordnet ist. Im inneren setzt sich die klare Erschließung fort. Auch der Übergang zum Kreuzgang ist gut und leicht erkennbar gelöst. In den oberen Geschossen sind die Funktionsflächen übersichtlich angeordnet. Anstelle von Fensteröffnungen in der Fassade wählen die Verfasser eine gitterartige Struktur, die als Filter zwischen Innen- und außenraum wirkt. Das Gebäude entwickelt damit eine Verwandtschaft zu Speichergebäuden. Der Entwurf zeichnet sich insgesamt durch eine sehr eigenständige Form- und Architektursprache aus, die auch Anklänge an sakrale Architekturelemente besitzt."